Patienteninformation

1. Kontaktaufnahme

Die Anmeldung in der Praxis kann über Telefon oder per Email erfolgen. Wenn ich persönlich am Telefon nicht erreichbar bin, hinterlassen Sie mir bitte eine Nachricht auf dem Anrufbeantworter. Ich rufe in jedem Fall zurück.

2. Wie geht's weiter?

Zunächst muss geklärt werden, ob eine Therapie notwendig ist. Zeitnah kann ein Erstgespräch stattfinden.

3. Der erste Termin

Wie beim Arztbesuch muss man hierfür die Versichertenkarte mitbringen. Ein Überweisungsschein ist nicht notwendig. Gibt es schon Vorbefunde, kann es sehr hilfreich sein, diese mitzubringen. In der Regel bestelle ich zum ersten Termin sowohl die Eltern als auch die Kinder oder Jugendlichen ein. Jeder Psychotherapeut ist zur Verschwiegenheit verpflichtet. Deshalb kann jeder Patient, jede Patientin sicher sein, dass sowohl die Tatsache der psychotherapeutischen Behandlung als auch die Inhalte der therapeutischen Gespräche der absoluten Vertraulichkeit unterliegen. Therapeuten können von der Schweigepflicht durch die Eltern oder den/die Patient/in entbunden werden. Bei Kindern bzw. Jugendlichen ist dies der Fall, sobald diese 15 Jahre alt sind. Jede Schweigepflichtsentbindung muss genau benennen, gegenüber welcher Person oder Behörde die Therapeutin entbunden ist.

4. Vorgespräche

In diesen Vorgesprächen (entspricht den probatorischen Sitzungen, von denen hier maximal 5 stattfinden können) hat jede/r Patient/in die Möglichkeit, seine Therapeutin kennen zu lernen, um so zu klären, ob eine gemeinsame Arbeit vorstellbar ist. In den Vorgesprächen wird eine vorläufige Diagnose gestellt und mit dem Patienten abgeklärt, welche Therapiemethode sinnvoll und welcher Therapieumfang notwendig ist.

5. Einleitung der tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie

Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für drei psychotherapeutische Verfahren: Psychoanalyse, Verhaltenstherapie und die hier angebotene tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie. Darunter ist eine Methode zu verstehen, die die unbewusste Psychodynamik (Auswirkungen innerseelischer Prozesse auf das Erleben des Menschen) von aktuell wirksamen neurotischen Konflikten behandelt. Nach den Psychotherapie-Richtlinien handelt es sich um ein konfliktzentriertes Vorgehen mit einem begrenzten Behandlungsziel. In den insgesamt fünf probatorischen Sitzungen, ergänzt durch Anamnesegespräche, wird geklärt, wie sich eine vertrauensvolle Zusammenarbeit gestalten kann. Dann kann ein Psychotherapie-Antrag bei der Krankenkasse gestellt werden. Die Formulare dafür werden in der Regel von mir bereitgestellt. Daneben wird ein Konsiliarbericht vom Kinderarzt, Kinder- und Jugendpsychiater oder vom Hausarzt benötigt. Die Bearbeitung der Formulare durch die Krankenkassen und die Begutachtung dauern etwa 3 bis 5 Wochen. Es kann deswegen zu einer kurzen Pause zwischen den probatorischen Sitzungen und dem Therapiebeginn kommen.

6. Dann endlich: Start der Psychotherapie

Eine Therapiestunde dauert jeweils 50 Minuten. Die Therapiestunden finden wöchentlich, d. h. bis auf Urlaubszeiten, Krankheit oder Feiertage, auch in den Schulferien statt. Wenn ein Termin nicht wahrgenommen werden kann, ist es notwendig, diesen rechtzeitig, d. h. 24 Stunden davor abzusagen. Die Therapie von Kindern und Jugendlichen erfordert die Mitarbeit der Eltern oder anderer Menschen, die intensiver mit dem Kind oder Jugendlichen zu tun haben. Je nach Alter des Kinder oder Jugendlichen sind mehr oder weniger häufige zusätzliche Gespräche notwendig. Für Kinder bis zu 12 Jahren können von der Krankenkasse bis zu 70 Therapiestunden für eine Langzeittherapie genehmigt werden mit bis zu 18 Bezugspersonenstunden. Ab 12 Jahren kann die Krankenkasse bis zu 90 Therapiestunden genehmigen, zusätzlich die entsprechenden Bezugspersonenstunden. Eine Kurzzeittherapie wird mit 25 Stunden und 6 Bezugspersonenstunden beantragt.

7. Ende einer Therapie

Eine Therapie wird beendet, wenn Therapeut/in und Patient/in die Einschätzung treffen, dass die Therapieziele erreicht sind. Dabei muss die genehmigte Stundenzahl nicht unbedingt ausgeschöpft werden, wenn bereits vorher ein Therapieerfolg erzielt wurde. Das Therapieende wird in der Regel vorbereitet durch eine geringere Häufigkeit der Therapiesitzungen und Abschlussgespräche, in denen die Therapie bewertet werden und Wichtiges für die Zeit nach Therapie besprochen werden kann. Gerade im Kinder- und Jugendlichenbereich geschieht es manchmal, dass wegen einer veränderten äußeren Situation wie z. B. Umzug oder Beginn einer Berufstätigkeit in einer anderen Stadt die Therapie früher enden muss als geplant. Dies sollte rechtzeitig angesprochen werden, da die Möglichkeit besteht die Therapie bei einer anderen Therapeutin, einem anderen Therapeuten weiter zu führen.

8. Nebenwirkungen der Therapie

Therapie bedeutet oft eine intensive Auseinandersetzung mit sich und den Lebensumständen. Manchmal kann es zu einer vorübergehenden Symptomverschlechterung kommen. Manchmal kann es passieren, dass Kinder oder Jugendlichen, die ja oft „selbstbewusster“ und „selbstständiger“ werden sollen, von den Eltern als fremd erlebt werden und das richtige Maß noch gefunden werden muss. Es ist sehr wichtig, diese Veränderungen zu besprechen und thematisch aufzugreifen.

9. Und noch eine Erklärung in eigener Sache

Oft werde ich gefragt, warum es so lange dauere, bis eine Therapie beginnen kann. Man möchte doch so schnell wie möglich mit einer Therapie beginnen, da die Symptomatik so dringend ist. Dieser Wunsch ist sehr verständlich und es tut mir jedes Mal leid, wenn ich auf die Warteliste verweisen muss. Wenn man sich jedoch vor Augen hält, dass eine Therapie, einmal genehmigt, über ca. 1 Jahr mit wöchentlich gleichbleibenden Terminen durchgeführt wird, wird nachvollziehbar, dass die Therapieplätze schnell besetzt sind. Gerade die Kinder und Jugendlichen unterliegen ja zusätzlich der Beschränkung, dass sie wegen der Schule meist nur nachmittags in die Therapie kommen können. Vertrauen Sie bitte darauf, dass ich jeweils so bald wie möglich Therapieplätze neu besetze.

Puuh, jetzt waren das schon so viele Information auf einmal. Lassen Sie sich, lass Dir Zeit, das zu verdauen und besprechen Sie/Du mit mir, wenn weitere Fragen zu klären sind.